Neuigkeiten

Am 03. November feierten wir als Lokale Agenda Dresden zusammen mit ca. 120 Gästen vor Ort, sowie weiteren Online-Teilnehmenden, den Tag der Vereinten Nationen und die Preisverleihung des 23. Lokale Agenda Wettbewerbs. Unsere jährliche Festveranstaltung stand 2022 unter dem Motto „Kultur des Friedens“ und entstand in Zusammenarbeit mit der UNU-FLORES, der Landeshauptstadt Dresden, dem Landesverband der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) in Sachsen, der UNICEF-Arbeitsgruppe Dresden, dem Lions Club Dresden Agenda 21 und der TU Dresden. Gestreamt wurde die Veranstaltung von spur1-music. Über den bestehenden Link kann die Veranstaltung des UN-Days 2022 nachträglich angesehen werden.

Musikalisch wurde die Veranstaltung von Sukwoo Kang und Jisu Park begleitet, welche uns eine Mischung aus verschiedenen Stücken boten.

Den Livestream zum nachschauen, findet ihr hier.

Moderiert wurde der Abend von Christine. In einer kurzen Begrüßung stellte sie das Programm vor.

Dem Fokusthema „Kultur des Friedens“ wollten wir uns durch unterschiedliche Perspektiven nähern – von der kommunalen bis hin zur Perspektive der Vereinten Nationen.

Erstere wurde eingeleitet durch ein Grußwort der Amtsleiterin des Bürgermeisteramtes, Kerstin Zimmermann.

Frau Zimmermann legte hierbei ihren Fokus auf die kleinen Ärgernisse im Leben, die einer Kultur des Friedens bereits oft im Weg stehen und rief zu einer Dialogbereitschaft, um eine friedlicheres Miteinander zu pflegen, auf.

 

Nach dieser Ansprache gingen wir über zu der globalen Perspektive. Als Keynotesprecherin geladen war  Dr. Angela Kane. Sie ist als ehemalige Hohe Repräsentantin der Vereinten Nationen eine Expertin in Abrüstungsfragen. Im Fokus ihres Vortrages standen die Herausforderungen die wir als Menschheit nun vor uns haben und die Notwendigkeit einer systemischen Veränderung.

Es gibt Probleme, die gefährlich sind, wenn man sie zu lange allein lässt. Nicht nur Krieg und
Frieden, Rüstungskontrolle, sondern ich denke an Terrorismusbekämpfung, den Weltraum,
CyberBedrohungen, die Arktik, das Klima. Alle diese Themen sind international überschreitend,
kennen keine Grenzen und alle erfordern Zusammenarbeit, Dialog, einen kontinuierlichen
Austausch zwischen Beamten, Hochschulen und der Zivilgesellschaft, der nicht nur
möglicherweise, sondern hoffentlich zu einem Verständnis der Kultur des Friedens führt.

Frieden ist das Grundziel der Vereinten Nationen. Eine Kultur des Friedens ist nicht nur ein
Bekenntnis, sondern gibt uns auch einen politische Handlungsimpuls. Frieden ist zerbrechlich
und das Streben nach Frieden ist ein andauernder Prozess nicht etwas, das man an einem Tag
des Jahres aufgreift und dann beiseitelegt. Wir müssen ständig daran arbeiten; nicht nur an
uns, sondern vor allem auch mit den jüngeren Generationen.“

Die ganze Rede findet ihr hier. 

Im Anschluss gab der Lehrstuhlinhaber für Völkerrecht der TU Dresden und Direktor des Zentrums für Internationale Studien, Herr Prof. Dr. Dominik Steiger einen Impuls. Er fokussierte sich vor allem auf die Charta der Vereinten Nationen und stellte die These auf, dass diese sehr wohl militärische Hilfe im Falle eines Angriffskrieges legitimiere. Hier bezog er sich auch auf die militärische Situation in der Ukraine. Er führte aus, dass die Charta nicht pazifistisch sondern wehrhaft sei und dass der Weltfrieden in der Ukraine verteidigt würde.

„Wenn wir eine Kultur des Friedens wiederherstellen wollen, müssen wir, ganz im Einklang mit der Charta, zum Kriege rüsten, so paradox und fürchterlich es klingt. Alles andere wäre eine Kultur des Krieges, die keiner wollen kann.“

Nachdem wir den beiden Inputgeber:innen gespannt zuhören durften, moderierte Prof. Dr. Edeltraud Günther eine Diskussionsrunde zwischen Dr. Angela Kane und Prof. Dr. Dominik Steiger. Hierzu hatten Teilnehmende die Möglichkeit im Vorfeld Fragen einzusenden. 

Die Preisverleihung des 23. Lokale Agenda Wettbewerbes

Im Anschluss an das Panel, hörten wir den zweiten Song von Sukwoo Kang und Jisu Park. Eine koreanische Arie, die uns alle mit Staunen zurücklies.

Christine leitete mit einer persönlichen Rede zur Preisverleihung des 23. Lokale Agenda Wettbewerbes über. Sie erzählte von ihrer Fahrt an die ukrainische Grenze und forderte die Zuhörenden auf, sich in ihrem täglichen Umfeld für eine Kultur des Friedens einzusetzen.

Als Menschen sind wir zum Besten und zum Schlechtestens fähig, das hat die Geschichte gezeigt. Jeder von uns hat beide Seiten, aber wir können ein Fundament legen, dass das Beste in uns kultiviert, dass Kooperation statt Konkurrenz fördert. Und: Wir können uns immer wieder neu entscheiden. Wir können entscheiden, wer wir sein wollen und dann danach handeln.

(…) Eine Kultur des Friedens können wir nicht damit erzeugen, dass wir auf die anderen zeigen, die Kriege führen oder den Amazonas abholzen.

 

Auf zivilgesellschaftlicher Ebene ist Zusammenarbeit ein Muss. Es gibt so viele Menschen, die ihre Zeit und ihre Kraft investieren, um eine Kultur des Friedens möglich zu machen. Die Stadt ist voller guter Vorbilder, da lohnt es sich ein bisschen näher hinzuschauen.

Genau aus diesem Grund haben wir als Lokale Agenda für Dresden in diesem Jahr wieder 3 Preise in 3 Kategorien für den Lokale Agenda Wettbewerb ausgeschrieben und waren gespannt, welche inspirierenden Projekte sich bei uns melden. Wie auch schon in den letzten Jahren trudelten wieder eine Vielzahl von Bewerbungen bei uns ein. Die Leidenschaft und das Engagement welche diese Projekte in Dresden ausleben ist fasziniere und es ist total motivierend zu sehen, was Menschen bewirken können, wenn sie an etwas glauben. 

Ich habe das Gefühl, viele Menschen pendeln zwischen „Ist eh alles zu spät“ und „Wird schon nicht so schlimm werden“. Beides bringt uns in eine bequeme Ohnmachtshaltung, bei der wir nichts mehr tun müssen. Oder eh nichts tun können. Aber wir können etwas tun und das zeigen viele Menschen mit Ihrem Einsatz Tag für Tag – weltweit.
Wir können direkt vor unserer Haustür beginnen. Es fängt in der Begegnung  zwischen zwei Menschen an und geht weiter zwischen zwei Gruppen. Auch hier auf kommunaler Ebene können wir mit einer Kultur des Friedens und
des Respekts viel bewirken. Meinung ist wichtig. Ego ist zerstörerisch.“ 
Die ganze Rede findet ihr hier.

 

 

 

Die Gewinner:innen der ersten Kategorie, Bildung für Nachhaltige Entwicklung und gesellschaftliches Miteinander, werden vom Vorstand der Lokalen Agenda für Dresden ausgewählt. Der Preis von 2500 € wurde auch in diesem Jahr wieder von der SachsenEnergie AG gesponsert und stellvertretend für die Jury von unsere Vorständin Frau Corynn Müller übergeben.

Eine Besonderheit in diesem Jahr: Der Preis wurde geteilt und einem Thema gewidmet – dem gesellschaftlichen Miteinander. Ausgezeichnet wurden:

Der Preis in Höhe von 2500€ in der zweiten Kategorie, Nachhaltige Kinder- und Jugendprojekte, wird inzwischen seit 23 Jahren vom Lions Club Agenda 21 gesponsert und verliehen.

Der Präsident, des Lions Club Dresden Agenda 21, Lars Misterek, übergab stellvertretend für die Jury des Lions Clubs den Preis an den Kolibri e.V. für das Projekt „Die kleinen Friedenstauben“. 

Die dritte Kategorie ist der Publikumspreis. Das diesjährige Fokusthema für den Publikumspreis ist „Kultur des Friedens“. In einem vierwöchigen
Online-Votum konnte unsere Online-Community für die nominierten Projekte abstimmen.
Der Preis von 1000 € wurde erneut von der Stadtentwässerung Dresden gesponsert und stellvertretend von Sandra Klemt an die diesjährigen Gewinner, das Montagscafé, übergeben.

Der Abend endete mit einem leckeren Buffet und Raum zum Austausch aller Anwesenden im Dresdner Rathaus.

Es war wie immer ein gelungener Tag der Vereinten Nationen. Wir danken allen Organisator:innen, Institutionen, Sposor:innen, Preisträger:innen für die gelungene Veranstaltung und blicken mit Vorfreude auf das nächste Jahr!