Dresden auf dem Weg zur Schwammstadt: Rückblick zur Regenwasser-Fachtagung am 26. März 2026

Wasser ist Leben – und in Zeiten des Klimawandels eine unserer wertvollsten Ressourcen im urbanen Raum. Anlässlich des Tages des Wassers haben wir uns mit anderen Teilnehmenden intensiv mit der Frage beschäftigt: Wie wird Dresden zu einer wasser-sensiblen Stadt?

Dresden baut beim Thema blau-grüne Infrastruktur auf ein solides Fundament. Mit der seit 2012 etablierten Richtlinie „Dresden baut grün“ und einer fest verankerten beigeordneten Struktur die aus der AG Schwammstadt gewachsen ist, sind die Weichen gestellt.

Im Vortrag von Sven Hänichen (oikotec) wurde am Beispiel der Regenwassernutzung bei Berliner Friedhöfen deutlich, wie paradox unser aktuelles System oft noch ist: Wertvolle Bäume sterben vertrocknet ab, während sie mühsam mit teurem Trinkwasser bewässert werden müssen – parallel dazu fließt ungenutztes Regenwasser ungenutzt in die Kanalisation. Die gute Nachricht: Berlin konnte man das Problem bei einigen Friedhöfen durch Kooperationsbündnisse mit den umliegenden Firmen und deren Gebäuden in den letzten Jahren angehen.

Ein wichtiger Impuls kam aus der Planung des Berliner Schumacher Quartiers: Schwammstadt braucht Platz. Wenn wir Autos weniger Raum geben (autofreie Zonen), gewinnen wir wertvolle Flächen für Verdunstung und Versickerung. Das kühlt die Stadt messbar ab – Messungen zeigen Temperaturunterschiede von bis zu 1,5 Grad Celsius (28,5 statt 30 Grad), was in heißen Sommern lebenswichtig sein kann.

Unser Fazit: Der Weg zur wasser-sensiblen Stadt Dresden ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Es braucht die Zusammenarbeit der Ämter, die Anpassung von Gebühren und vor allem: Mut zur Veränderung.

Schwammstadt-Projekte in Dresden: Von der Louisenstraße bis Prohlis

Dass das Konzept einer wassersensiblen Stadt in Dresden auch funktioniert, zeigen mutige Pilotprojekte:

  1. Louisenstraße (Neustadt):
    Ein Paradebeispiel für ämterübergreifende Zusammenarbeit (Stadtgrün & Stadtplanung). Hier wird Regenwasser
    direkt in angrenzende Baumscheiben geleitet – grundstücksübergreifend und unter Einbeziehung der Anwohner:innen.

© Bild: PPT Folie pilotProjekt Louisenstraße

2. Geberbach (Prohlis): Trotz schwieriger Lehmböden wird hier gezeigt, wie naturnahe Retention funktionieren kann.

3. Lingnerallee: Mit der Offenlegung des Kaitzbachs und Versickerungsmulden entsteht zukünftig ein Prototyp für die moderne Dresdner Stadtgestaltung.

Alle Präsentationen und Infos findet ihr unter:
https://www.stadtentwaesserung-dresden.de/fachtagung-regenwasser/2026/

Weiterführende Infos der Stadt Dresden: