Der Queer Pay Gap beschreibt die Einkommensungleichheit von lesbischen, schwulen, bi-, trans-, inter- und nicht-binären Personen im Vergleich zu heterosexuellen und cisgeschlechtlichen Menschen. Während der klassische Gender Pay Gap in Deutschland stabil bei 16 Prozent liegt, existieren für queere Personen spezifische Lohnlücken.
Letzten Donnerstag waren Claudia und Annika beim Queeren Beschäftigten Empfang von ver.di eingeladen, um dort ein Vernetzungsformat mit den Gäst:innen durchzuführen.
Für uns waren die Erkenntnisse, die es aktuell zum Queer Pay Gap gibt und welche während der Veranstaltung von der Dr.in Karin Schönpflug aus Wien vorgetragen wurden, neu und die Informationen zur Erklärung darum umso wichtiger:
- Schwule Männer: Studien zeigen nämlich, dass homosexuelle Männer im Durchschnitt ein niedrigeres Einkommen erzielen, als ihre heterosexuellen Kollegen. Selbst bei gleicher Qualifikation und Position, bleibt dieser sogenannte Gay Pay Gap bestehen.
- Lesbische Frauen: auch lesbischen Frauen verdienen oft weniger als schwule Männer, was sich mit den allgemeinen Ungleichheiten von Frauen auf dem Arbeitsmarkt überschneidet, jedoch signifikant mehr als heterosexuelle Frauen.
- Trans* und Non-binäre Personen sind besonders stark von Lohnunterschieden sowie systembedingter beruflicher Benachteiligung (z.B. bei Beförderungen) betroffen. Die Gründe sind vielfältig und reichen von offener Diskriminierung hinzu selteneren familiären Begünstigungen.
- Queere Menschen wählen Berufe oft nach anderen Kriterien, beispielsweise nach einem queerfreundlichen Arbeitsumfeld, welches in sozialen Berufen mit höherer Wahrscheinlichkeit anzutreffen ist.
Für eine Gleichberechtigung queerer Personen am Arbeitsplatz ist also noch Einiges zu tun.
Im Austauschformat teilten die Gäst:innen positive und negative Erfahrungen aus ihrem Arbeitskontext. Dabei blieb zunächst offen, ob eine geteilte Aussage eine echte Erfahrung oder ein Wunsch/ ausgedachtes Szenario war (nach dem Prinzip „Two Truths, One Lie“)
Für uns war es eine spannende und wichtige Veranstaltung, bei der wir viel gelernt und tolle Menschen kennengelernt haben.
Zum Abschluss gab es auf der Dachterasse des Volkshauses bei einem fantastischen Sonnenuntergang noch Snacks und Musik von DJ Mantu auf die Ohren.
