Gespaltene Gesellschaft? Herausforderungen für die Politische Bildung in diversen Gesellschaften

Do. 11. Feb 2021 - Fr. 12. Feb 2021

Online-Event
Gespaltene Gesellschaft? Herausforderungen für die Politische Bildung in diversen Gesellschaften

Diskurse über die gespaltene Gesellschaft oder den bedrohten gesellschaftlichen Zusammenhalt sind zu alarmierenden Zeitdiagnosen geworden. Polarisiert scheint die Gesellschaft, was Themen wie Migration, Integration oder Klimawandel angeht – oft entsteht der Eindruck, es gäbe lediglich zwei gesellschaftliche Gruppen, die sich in einer verhärteten Diskussion gegenüberstehen und sich jeweils selbst im Recht fühlen, die einzige Wahrheit zu vertreten.

Die gesellschaftliche Realität in Deutschland ist jedoch komplexer: Vielfalt, (Super-)Diversität, Pluralität und Multiplizität sind einige der Konzepte, die zur Beschreibung gegenwärtiger Gesellschaften Konjunktur haben. Eindimensionale Vorstellungen über homogene Gruppen führen im Kontrast zur tatsächlichen gesellschaftlichen Pluralität jedoch unweigerlich zu Widersprüchen und Konflikten. Zudem haben populäre Diagnosen gesellschaftlicher Spaltungen und Polarisierungen reale Auswirkungen auf die politische Bildung und fordern diese in besonderer Weise heraus. Wie kann politische Bildung gestaltet werden, wenn sie vermeiden will, als normative ‚Belehrung‘ aufzutreten und damit selbst zur gesellschaftlichen Polarisierung beizutragen? Oder lässt sich vielmehr umgekehrt argumentieren, dass politische Bildung zwingend polarisieren muss, wenn sie bestimmte normative Ansprüche verteidigen will? Welche Rolle kann die Bürgerbeteiligung in einer diversen Stadtgesellschaft spielen? Und wie geht die Bürgerbeteiligung mit Spannungen und Konflikten innerhalb der Stadtgesellschaft um?

Für die Abschlusskonferenz des BMBF-Forschungsprojektes “Fremde im eigenen Land? Eine Studie über die Veränderbarkeit nationaler Narrative mithilfe Politischer Laboratorien (PoliLab)” (2018–2021) am 11. und 12. Februar 2021 sind sowohl Wissenschaftler*innen aus unter- schiedlichen Fachdisziplinen als auch Praktiker*innen aus den Bereichen der Politischen Bildung und der Bürger*innenbeteiligung dazu eingeladen, sich an der digitalen Tagung zu beteiligen. In Form von Vorträgen, kurzen Inputs oder Posterpräsentationen können folgende Fragen adressiert werden:

  • Welche Herausforderungen entstehen aufgrund von gesellschaftlichen Cleavages für die Politische Bildung und die Bürgerbeteiligung und wie können diese bewältigt werden?
  • Welche innovativen Konzepte der politischen Bildung und welche Formate der Bürgerbeteiligung finden in diversen Gesellschaften Anwendung?
  • Welche Erfahrungen werden in der Praxis gemacht? Was ist best practice, was bad practice? Wie lässt sich Bürgerbeteiligung im Kontext von politischen Antinomien demokratisch gestalten? Was ist best practice, was bad practice?
  • Welche performative Kraft können Polarisierungsdiskurse entwickeln? Wie funktionieren Mechanismen der Stigmatisierung und Ausgrenzung im Rahmen politischer Bildungskonzepte?
  • Inwiefern können und sollten differenzierte Kategorien Eingang in Projekte der Politischen Bildung finden, die Mehrdeutigkeiten, Widersprüchlichkeiten und Nuancierungen berücksichtigen?
  • Inwiefern eignen sich Formate wie Reallabore, um Polarisierungsdynamiken herauszufordern?

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